Stadtmeisterschaft 2026: Erstens kommt es anders…
Schon zwei Monate vorher stand fest, dass der ursprüngliche Termin für die Stadtmeisterschaft verschoben werden musste, da parallel konkurrierende Schachveranstaltungen und Urlaube drohten, das Teilnehmerfeld auszudünnen. Eine Woche später fanden sich ausgewählte Schach-Enthusiasten, die teilweise ihren Urlaub um dieses Event herumgeplant hatten – sehr löblich – zusammen und fochten an 6 Brettern um die Titel des Erwachsenen-, Senioren- und Jugend-Stadtmeisters 2026.
Die Schüler-Stadtmeisterschaft (U12) sollte eigentlich am Samstag parallel zu den Erwachsenen stattfinden, als Betreuer:innen hatten sich Michael Brunsch und Merle Gorka bereit erklärt. Nachdem allerdings fast die Hälfte der vorangemeldeten Spieler wegen Krankheit ausfielen, wurde das Event auf einen Termin nach den Sommerferien verschoben, der noch bekanntgegeben werden wird.
An der Spitze der Teilnehmerliste (nach Wertungszahl) machten sich Christian Koch, Holger Schwarzmann und Alexander Mönius begründete Hoffnungen auf den Titel. Die Jugend war außerordentlich gut vertreten mit Kyrylo Kholodnykh, Valentin Rudloff, Johannes Laubinger (merken Sie sich diesen Namen!), Amy-Lynn Kern, deren Bruder Daniel bei den Erwachsenen mitspielte, sowie Konstantin Gebhardt, Adrien Marois und Jonas Beinlich, welcher hoffte, durch einen Partiesieg in diesem Turnier seine erste DWZ-Wertung zu erringen.
Gespielt wurde nach Schweizer System in 5 Runden. Die Bedenkzeit war 90 Min + 30 Sec pro Zug, so dass es nach 40 Zügen keine Zeitzugabe gab. Schon am Freitagabend führte dies dazu, dass Alexander Mönius – bekannt für seine durchdachte Spielweise von Johannes Laubinger („Laubfrosch“) in die Zeitnot getrieben wurde und schließlich unterlag. Generell war während des gesamten Turnieres vor allem an den vorderen Brettern der Kampfeswille und strategisches Nachdenken spürbar, während an den Brettern 3 - 6 moderat zügig gespielt wurde.
Einen Dauerplatz auf den ersten Beiden Brettern erspielte sich Johannes Laubinger schon in den ersten Runden und schlug – überraschend jedoch absolut verdient – Alexander Mönius, Kyrylo Kholodnykh und Holger Schwarzmann. Am Sonntagmorgen durfte er dann gegen Christian Koch noch einmal alles in die Waagschale werfen.
Amy-Lynn Kern errang einen Punkt gegen Jonas Beinlich und traf in der 3. Runde auf ihren älteren Bruder Daniel. Der mittlere Bruder der Kern-Familie war aufgrund seines Schulabschlusses nicht vertreten – wir gratulieren dennoch herzlich.
Christian Koch trat an diesem Wochenende mit dem festen Entschluss an, vor allem seine Freude am Schachspiel auszuleben. Da er die Spitze der Rangliste mit 2002 DWZ anführte, war ein Wertungs-Zugewinn eher unwahrscheinlich. Dennoch verlor er in den ersten 3 Runden keine Partie, lediglich ein Remis am Freitag gegen Valentin Rudloff trennte ihn von einer perfekten Bilanz vor Runde 4 und 5. Eine ebenfalls starke Leistung zeigte Adrien Marois, der von Beginn an mit Norman Bauschke Schritt halten konnte und sein Remisangebot annahm. Ein Sieg gegen Jonas Beinlich untermauerte seine Spielstärke.
Die Verpflegung an diesem Wochenende wurde von den Organisatoren in bewährter Schlichtheit bei maximaler Zufriedenheit geplant: Samstagmittag stand im Zeichen des Baukastenprinzips, die Spieler:innen durften sich an einer Hotdog-Straße gütlich tun. Am Abend feuerte Holger Schwarzmann den Grill an und versorgte die Teilnehmenden mit saftigen Steaks und Bratwürsten. Schachspieler scheinen gute Esser zu sein, denn obgleich das Schüler-Turnier ausfiel, blieben wenig bis keine Reste übrig.
Am Sonntag entschieden dann die letzten beiden Runden über Sieg und Niederlage. Nicht wenige beobachteten in der 4. Runde gespannt die Partie von Christian Koch und Johannes Laubinger, in der Gewissheit, dass die Siegesserie des U18-Spielers am 1. Vorsitzenden und Erstplatzierten der Startrangliste wohl ihr Ende haben würde. Bis kurz vor dem Mittagessen war keiner der beiden Spieler bereit nachzugeben. Erst nachdem bis auf je 5 Bauern alles abgetauscht und die Könige in die denkbar günstigste Position manövriert worden waren, gestanden sich die beiden das Remis ein.
Dieses Ergebnis beeinflusste dann die letzte Runde, in welcher es zu interessanten Paarungen wie Holger Schwarzmann gegen Christian Koch, Alexander Mönius gegen Kyrylo Kholodnykh und Valentin Rudloff gegen Johannes Laubinger kam. Noch war es durch unterschiedliche Kombinationen aus Siegen und Niederlagen, Zweit- und Drittwertungen möglich, Turniersieger in der jeweiligen Altersklasse zu werden.
Relativ früh trennten sich Christian Koch und Holger Schwarzmann, wobei ersterer den Punkt davontrug. Johannes Laubinger hatte nach seiner grandiosen Overtüre Blut geleckt, der Siegeswille war ihm anzumerken. So trieb er Valentin Rudloff mit seiner Materialübermacht vor sich her, bis dieser schlussendlich die Überlegenheit seines Vereinsfreundes anerkannte und die Partie aufgab.
Bei der Siegerehrung standen dann – anders als geplant – 2 statt vier Pokalträger vor der Kamera: Norman Bauschke konnte seinen ersten Pokal als Senioren-Stadtmeister (S60) mit nach Hause nehmen und Johannes Laubinger errang durch seine starke Leistung sowohl den Titel des Erwachsenen- sowie Jugend-Stadtmeisters 2026. Vonseiten der Vereinskollegen und auch in der WhatsApp-Gruppe regnete es Glückwünsche. Die Schüler-Stadtmeisterschaft wird wie angekündigt nach den Sommerferien ausgetragen werden.
Zusammenfassend war die Stadtmeisterschaft 2026 wieder ein großer Erfolg. Zwar konnte die Terminverschiebung nicht allen Interessenten die Teilnahme ermöglichen, doch spannend war es trotz des scheinbar eindeutigen Favoritenkreises. Auch die Jugendarbeit um die Jugendleiter Michael Brunsch, Lukas Schulz und Merle Gorka verdient große Anerkennung, konnten doch alle teilnehmenden Jugendlichen durch starkes Spiel und den einen oder anderen Punkt glänzen.
Bericht: TS
Bilder: TS
- Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden.














